wissen wollen
Schulprojekt zur Förderung eines Kompetenzaustausches zwischen Jugendlichen und Kulturschaffenden
Motivation
Nachhaltigkeit bedeutet nicht zuletzt die Beschäftigung mit der nachwachsenden Generation.
Bildung und Schule sind zentrale gesellschaftliche Themen. Das Schulwesen muss sich wandeln und benötigt dazu nachhaltige Tools.
Es gibt eine Lücke zwischen gesellschaftlicher Realität und Schule, die überbrückt werden will.
Leitidee
Unsere Leitidee, um Jugendliche kennen zu lernen und um den Problemen an Schulen zu begegnen, ist das wissen wollen. Wir möchten einen Raum schaffen, in dem Erfahrungen und Kompetenzen auf gleicher Augenhöhe ausgetauscht werden.
Ein denkbares Beispiel wäre, dass der Kurator der Städtischen Galerie Jugendliche einlädt, eine Ausstellung mit ihm zu planen. Dabei könnte sowohl die inhaltliche Auswahl als auch die Hängung und das museumspädagogische Rahmenprogramm von Jugendlichen mitgestaltet werden.
Was ist Kultur? – der Film
Mit dem Film fand eine erste Konkretisierung der Projektidee statt. Wir planen ein Projekt mit Jugendlichen unter dem Slogan Culture is it!, also wollten wir wissen, welche Ideen und Assoziationen Jugendliche mit dem Wort Kultur verbinden und befragten sie dazu.
Bemerkenswert fanden wir die Beschreibung von Kultur als Identität. Sei es der Junge, der seine Heimat im Wasserpfeifen-Café vermisst oder das Mädchen, das sich eine einheitlichere Kultur wünscht, etwas, wo man dazu gehört. Diese Auffassung ist verbunden mit der Idee von Kultur als etwas Fehlendem oder Fremdem. Bei wissen wollen kann es also auch darum gehen, dass die Beteiligten ihre eigene Kultur an der fremden erfahren und an die Stelle von Projektionen reale Begegnungen treten.
Roadmap
Projektdauer: 3 Jahre.
Beginn: Oktober 2006.
1. Jahr: Sicherung der Finanzierung; Festlegung auf zwei Schulen; Suche nach den entsprechenden ExpertInnen im Umfeld der Schule; Durchführung eines Workshops mit SchülerInnen zur Präzisierung des Projekts.
2. Jahr: Vernetzung der Schule in ihrem Kiez durch Arbeit mit ExpertInnen.
3. Jahr: Zusammenführung der Projektschulen gemeinsam mit ihren ExpertInnen.
Anknüpfungspunkte an Schule
Ein wichtiger Punkt unserer Recherche war es, herauszufinden, welche Anknüpfungspunkte es für das Projekt gibt, da wir Neuerungen innerhalb der vorhandenen Schulstrukturen anstreben.
So wächst mit der Einführung der Ganztagsschule den Schulen ein neuer Aufgabenbereich zu, den sie inhaltlich und personell noch nicht füllen können. Auch geraten Schulen angesichts schrumpfender Schülerzahlen unter Existenzdruck und müssen sich um ein eigenes, positives Profil bemühen.
Geänderte Rahmenpläne bieten weitere Anknüpfungspunkte, wenn z.B. SchülerInnen nach Klasse 10 eine Präsentationsprüfung in einem frei gewählten Thema ablegen müssen.
Verstetigung
Unser Projekt soll nachhaltig sein, was auch heißt: Wir wollen den Prozess mit seinen Erkenntnissen bewahren, ins Gespräch bringen und für andere zugänglich machen. Dazu gehören wissenschaftliche Begleitung, Dokumentation in Form von teilnehmender Beobachtung, Öffentlichkeitsarbeit und Erfahrungsaustausch mit anderen Schulprojekten.
Ergebnisse
Ein Produkt
Das Projekt entwickelt sich im Prozess, zum Abschluss gibt es ein Produkt – ein Film, ein Fest, eine Ausstellung, eine Zeitschrift oder ein Buch.
Best Practice Beispiel
Wenn unser Arbeitsansatz funktioniert, kann er auch für andere anwendbar sein. Damit leisten wir einen Beitrag zur aktuellen Suche nach neuen Bildungsformen.
Stadtentwicklung von unten
Uns liegt insbesondere daran, die gesellschaftliche Teilhabe von Jugendlichen zu erweitern und ihnen in ihren eigenen und anderen Stadtteilen Gestaltungsraum zu erschließen. Eine solche Erfahrung in und mit ihrer Stadt verändert ihre Wahrnehmung und ihr Denken. Indem sie sich selbst als Kulturschaffende erfahren, helfen sie mit, Berlin kulturell weiterzuentwickeln.
Kontakt: wissen.wollen@culture-is-it.de
Mitwirkende
Kerngruppe
Seraphina Lenz, freischaffende Künstlerin
Eva Mutschler, Solar Lifestyle GmbH
unter Mitwirkung von Eva Aebli
Beirat
Alex Arteaga, Künstler, Kulturwissenschaftler
Dr. Regine Grafe, Umweltamt Berlin-Mitte, Leiterin
Katja Niggemeier, Stadtplanerin, Koordinatorin für Stadtteilprojekte
Dr. Heike Stock, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Leiterin des Agenda 21-Büros
Dr. Ute Tischler, Kulturamt Berlin-Lichtenberg, Leiterin
Monika Zessnik, Staatliche Museen zu Berlin, Abteilung Besucher-Dienste
Träger
und. Institut für Kunst, Kultur und Zukunftsfähigkeit e.V.



